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ak 631, 17.10.2017

Recht auf Stadt für Refu­gees

Bun­des­weit ver­su­chen Soli­da­ri­ty-City-Initia­ti­ven die Poli­tik der Städ­te der Rea­li­tät der Migra­ti­on anzu­pas­sen

Michel Jung­wirth, Caro­lin Wie­de­mann

In Ber­lin wur­de es eine Woche vor der Bun­des­tags­wahl noch ein­mal unüber­seh­bar: Trotz unzäh­li­ger Asyl­rechts­ver­schär­fun­gen, trotz des wach­sen­den Erfolgs der AfD und der all­ge­gen­wär­ti­gen Pro­ble­ma­ti­sie­rung von Migra­ti­on for­dert die Geflüch­te­ten­be­we­gung immer noch laut­stark ihre Rech­te ein. An die 8.000 Men­schen, mehr als die Hälf­te selbst Geflüch­te­te aus allen Tei­len Deutsch­lands, kamen zusam­men und setz­ten mit einem Kar­ne­val ein Zei­chen. »We’ll come United«, lau­te­te das Mot­to, und: »Wel­co­me United«. Hier zeig­te sich auch, dass der Kreis der Aktivist_innen, die den Kampf der Geflüch­te­ten unter­stüt­zen, seit dem ers­ten gro­ßen Refu­gee-Pro­test­marsch 2012 gewach­sen ist. Ein Teil der­je­ni­gen, die vor zwei Jah­ren viel­leicht tat­säch­lich eine Art »Will­kom­mens­kul­tur« eta­blie­ren woll­ten, gibt nicht mehr nur Deutsch­kur­se und ver­teilt Klei­dung. Statt­des­sen will die­ser Teil der »Unter­stüt­zer­sze­ne« gemein­sam mit denen, die von der Ent­rech­tung als Geflüch­te­te betrof­fen sind, eine Per­spek­ti­ve erar­bei­ten für deren wei­te­re Teil­ha­be an Ort und Stel­le, in den Städ­ten, in denen sie leben.

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nd, 04.10.2017

Der anony­me Kran­ken­schein kommt

Ber­li­ner Senat will ab 2018 jähr­lich 700.000 Euro für die Gesund­heits­ver­sor­gung von Men­schen ohne Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung zur Ver­fü­gung ste­hen

Nico­las Šus­tr

Der anony­me Kran­ken­schein soll nun auch in Ber­lin ein­ge­führt wer­den. Je 700.000 Euro pro Jahr hat Gesund­heits­se­na­to­rin Dilek Kolat (SPD) dafür im Ent­wurf für den Dop­pel­haus­halt 2018/2019 ein­ge­stellt, der sich momen­tan in der par­la­men­ta­ri­schen Bera­tung befin­det.

Die Mög­lich­keit der Über­nah­me von medi­zi­ni­schen Behand­lungs­kos­ten ohne die Erhe­bung von per­sön­li­chen Daten soll es Men­schen ohne lega­lem Auf­ent­halt ermög­li­chen, Leis­tun­gen des regu­lä­ren Gesund­heits­sys­tems in Anspruch zu neh­men. Geplant ist, einen frei­en Trä­ger als Clea­ring­stel­le zu beauf­tra­gen. »Die­se ver­sucht, Men­schen mit bestehen­dem Leis­tungs­an­spruch in die Kran­ken­ver­si­che­rung zu ver­mit­teln«, erklärt Chris­toph Lang, Spre­cher der Gesund­heits­ver­wal­tung, auf »nd«-Anfrage. Juris­ten und Sozi­al­ar­bei­ter sol­len die Bera­tung über­neh­men. Soll­te die Prü­fung nega­tiv aus­fal­len, kann ein anony­mer Kran­ken­schein aus­ge­ge­ben wer­den.

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TAZ, 03.09.2017

Kran­ken­schein für Papier­lo­se: Legal krank

Nach Nie­der­sach­sen will auch Ber­lin den anony­men Kran­ken­schein ein­füh­ren und damit die Gesund­heits­ver­sor­gung für Men­schen ohne Papie­re erleich­tern.

Male­ne Gür­gen

Die Lis­te der Punk­te, über die der Gesund­heits­aus­schuss in sei­ner Sit­zung an die­sem Mon­tag berät, ist lang, schließ­lich soll der Plan für den kom­men­den Dop­pel­haus­halt auf­ge­stellt wer­den. Doch dar­un­ter ver­steckt sich eine klei­ne Revo­lu­ti­on: Als zwei­tes Bun­des­land will Ber­lin den anony­men Kran­ken­schein ein­füh­ren und damit die Gesund­heits­ver­sor­gung für Men­schen ohne Papie­re erheb­lich erleich­tern.

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